Beteiligung am “Wettbewerb Mehringplatz”

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Dokumentation des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens


Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beauftragte die asum GmbH im Dezember 2014,die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zum landschaftsplanerischen „Wettbewerb Mehringplatz“ zu konzipieren und durchzuführen. Ziel war es, die Vielfalt der Nutzerinnen und Nutzer im Beteiligungsverfahren abzubilden und frühzeitig in das Planungsverfahren einzubeziehen. Dadurch werden die beauftragten Planungsbüros in die Lage versetzt, sich bereits in der Entwurfsphase mit den Nutzungswünschen und Verbesserungsvorschlägen auseinanderzusetzen.

Um eine breite Beteiligung zu erreichen, standen den Interessierten verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um sich zu informieren und Bedürfnisse, Ideen und Anregungen einzubringen. Durch eine aufsuchende, zielgruppenspezifische Vorgehensweise wurden auch Bevölkerungsgruppen angesprochen und einbezogen, die üblicherweise in Beteiligungsverfahren stark unterrepräsentiert sind.


Für die AnwohnerInnen besitzt der Mehringplatz, als Herzstück des Plangebiets, in mehrfacher Hinsicht eine hohe Bedeutung und ist identitätsstiftend für das Wohngebiet. Die Mehrheit der BewohnerInnen ist aufgrund ihrer sozialen Lage in besonderem Maße auf ein gutes Wohnumfeld für Jung und Alt angewiesen. Identifikation mit dem Gebiet und sozialer Zusammenhalt stehen gerade an diesem Ort in enger Wechselbeziehung mit den Qualitäten des öffentlichen Raums und insbesondere der Grünräume.


Aufgrund seiner innerstädtischen Lage und als Teil des historischen Berlins sowie seiner Nähe zu namhaften Kultur- und Bildungseinrichtungen, ist das Wettbewerbsgebiet auch von gesamtstädtischem Interesse. Gefragt wurden deshalb nicht nur die AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden vor Ort.Auch Nicht-AnwohnerInnen wie im Gebiet Arbeitende oder BesucherInnen konnten und sollten ihre Meinung zur Umgestaltung einbringen.

Für den Wettbewerb sind einige Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die auch im Beteiligungsverfahren zu vermitteln waren (vgl. Kapitel II). An erster Stelle sind hier die Vorgaben des Denkmalschutzes für den Mehringplatz mit seiner Platzumbauung und die Fläche am „Halleschen Tor“ zu nennen. Sie bedingen, dass der Wettbewerb nicht auf eine radikale Umgestaltung abzielen kann, was auch mit den Befragungsergebnissen korrespondiert. Die NutzerInnen des Plangebiets benennen zwar eine Reihe von Nutzungskonflikten und Verbesserungswünschen hinsichtlich der Aufenthaltsqualität, der Wegeführung und der Gestaltung, sie sehen aber mehrheitlich starke strukturelle Qualitäten der jetzigen Grün- und Freiraumsituation, die es zu bewahren gilt.

Die meisten – ganz gleich ob AnwohnerInnen oder Nicht-AnwohnerInnen – sehen die jahrelange Baustellensituation als größtes Problem, das zeigen die Befragungsergebnisse deutlich. Sollte der Zeitplan für die Umgestaltung eingehalten werden, wäre der Mehringplatz 2018 nach insgesamt 12 Jahren endlich wieder uneingeschränkt zu nutzen. Mit der vorliegenden Arbeit dokumentieren wir die Ergebnisse der BürgerInnenbeteiligung für die Aufgabenstellung im Wettbewerb.